Jeden Tag zur gleichen Zeit ging der religiöse Führer durch die Stadt. Da er jeden Tag dieselbe Route zurücklegte, folgten seine Anhänger hinterher. Eines Tages, als sie eine schmale Straße in einem ärmeren Stadtteil entlanggingen, flog das Fenster im obersten Stockwerk auf. Die Frau lehnte sich aus dem Fenster und beschimpfte den Anführer. Dann goss sie einen Eimer Müll über ihn. Wut durchfuhr die Anhänger wie ein elektrischer Schlag. Sie schrien wütend und gingen auf die Treppe zu, um die Frau zu bezwingen und ihren Anführer zu rächen. Der Häuptling streckte die Hände aus, um sie aufzuhalten. Dann sagte er ruhig: „Meine Religion ist die Religion des Friedens. Gehen wir zu. Komm mit mir”.

Vorsichtig wischte er sich die Trümmer von Kopf und Schultern und ging dann friedlich weiter, als wäre nichts passiert. Die Anhänger gingen noch einmal durch denselben Teil der Stadt. Als sie sich am Vortag der Unfallstelle näherten, flogen die Fensterläden auf. Dieselbe Frau lehnte sich aus dem Fenster und regnete Beleidigungen und Trümmer auf den Anführer wie am Tag zuvor. Die Anhänger waren wütend vor Wut, ihre unterdrückte Wut brodelte den ganzen Tag. Wieder lächelte der Anführer sanft, als ob er damit rechnete. Wieder streckte er seine Hände aus, um seine Anhänger zurückzuhalten, und sagte einfach: „Meine Religion ist eine Religion des Friedens und der Brüderlichkeit. Mach weiter. Komm mit mir. “

Die Follower waren ungläubig. Sie konnten nicht verstehen, wie der Anführer ein zweites Mal bereitwillig solch ein Mobbing ertragen konnte. Doch widerstrebend stimmten sie den Wünschen ihres Anführers zu und eilten zum Schlepper. Am nächsten Tag passierte dasselbe und am nächsten und am nächsten und am nächsten. Und so ging es. Der Anführer trug die Hauptlast der Wut und des Hasses der Frau von oben, während seine Anhänger durch seine sanfte Akzeptanz weiterhin verwirrt waren. Eines Tages gingen sie die gleiche Gasse entlang, und als sie an dem jetzt vertrauten Fenster vorbeikamen, gingen die Fensterläden nicht auf, es gab keine Beleidigung, und der Müll fiel herunter. Der Anführer blieb stehen. Er wandte sich an seine Follower und wunderte sich, als rede er mit sich selbst, laut: „Gestern sah sie blass aus. Ich glaube, sie ist krank und deshalb ist sie nicht ans Fenster gegangen.” Zur Überraschung seiner Anhänger ging der Anführer nach oben und klopfte an die Wohnungstür der Frau. Ein Diener betrat die Tür. Der Häuptling fragte nach dem Wohlergehen der dort lebenden Frau, und der Diener bestätigte, dass die Frau tatsächlich krank und im Bett liege.

Dann ging die Anführerin zu ihrem Bett, nahm ihre Hand und tröstete sie. Er saß lange Zeit neben ihr, streichelte ihre Hand und beruhigte ihren Schmerz. Dann ließ er einen Arzt holen, und nachdem er sich vergewissert hatte, dass sie gut versorgt war, ging er und ging mit seinen Anhängern weiter die Straße entlang. Danach besuchte er die Frau jeden Tag und kümmerte sich um sie. Zuerst war sie voller Unglauben. Als die Tage vergingen, begann ihr Verdacht zu verblassen. Sie erkannte, dass dies ein ungewöhnlicher Mann war. Als sie sich endlich erholt hatte, verbeugte sie sich vor ihm und sagte: „Es tut mir so leid. Sie sind wirklich ein großartiger Führer – nein, Sie sind ein Prophet. Ich akzeptiere deinen Glauben und bin zutiefst gedemütigt von deinem kraftvollen Gleichmut und deiner Standhaftigkeit. Frieden.”

Diese Frau wurde zu einer der leidenschaftlichsten Anhänger des Führers, den die Geschichte als den großen Propheten Mohammed in Erinnerung hat. In dieser schönen Geschichte verkörpert der Prophet Muhammad den unerschütterlichen inneren Frieden, der uns gesund hält, wenn das Leben Müll und Beleidigungen auf unsere müden Köpfe zu kippen scheint. (Ich kann die Wahrheit dieser Geschichte über den Propheten nicht bestätigen, obwohl sie mich zu Tränen rührte und mir half, ihn wirklich zu respektieren. Ein Familienmitglied erzählte mir dies, um zu erklären, wie groß und friedlich der Prophet Mohammed wirklich war.) Frieden ist ein inneres Bewusstsein, dass trotz alledem alles an seinem Platz ist. Seelenfrieden hält uns über Wasser, während heftige Wellen unser zerbrechliches Boot treffen. Es ist die Ruhe, die uns nachts gut schlafen lässt. Es ist eine Welt, die ein inneres Bewusstsein schafft, dass keine Anstrengung umsonst ist. Tatsächlich tritt sogar körperliche Heilung nur ein, wenn unsere Nerven ruhig sind und wir ruhig sind.

Wenn wir meditieren oder Yoga praktizieren, sollten wir nicht nur den Frieden suchen, den weise Praxis unweigerlich hinterlässt. Frieden ist kein Selbstzweck, sondern nur ein Mittel. Wenn unser Geist ruhig ist, können wir auf unser Herz hören, uns unseres Dharma bewusst sein und dann entsprechend handeln. Ein unruhiger, unruhiger Geist kann sich selbst kaum objektiv sehen oder den Zweck seiner Erschaffung verstehen. Daher hilft uns die Entwicklung von Seelenfrieden, den Zweck unserer Existenz zu entdecken. Die Welt sollte nicht einfach unserem Wunsch nach Bequemlichkeit dienen; er sollte unserem Dharma dienen. Also Frieden finden, aber Frieden aufgeben. Strebe nach zielgerichteter Befriedung und gib die lethargische Befriedung auf, die dich daran hindert, deinen Dharma aktiv zu leben.

Adil Palkhivala © 2008

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